Schritt für Schritt

1. Schritt:

Die Versteckperson (VP = gesuchte Person) spielt mit dem Hund und lenkt dessen Aufmerksamkeit auf sich (Spielzeug oder Leckerli). Er motiviert den Hund, ihm nachzufolgen. Die Versteckperson läuft für den Hund sichtbar weg und animiert den Hund weiterhin, ihm zu folgen (Rufen, Gestik). Nach wenigen Schritten legt er den Geruchsgegenstand mit bedeutsamer Gestik und verschwindet um eine Ecke bzw. außer Sicht. Hundeführer (HF) hält den Hund etwas zurück und lässt den Hund unmittelbar nach dem Verschwinden des Fährtenlegers (FL) diesem nachfolgen. Wichtig: Anfangs sollte der Geruchsgegenstand möglichst groß und gut verwittert sein, zum Beispiel ein Kleidungsstücke wie T-Shirt, Pullover, Weste oder Halstuch. Suchgeschirr wirklich erst kurz vor dem Beginn anlegen; dies gehört mit zu dem Ritual, das den Hund in “Trailingstimmung” bringen soll. Zunächst lässt man den Hund einfach ohne besonderes Kommando über den Geruchsgegenstand drüber rennen. Wenn der Hund die Versteckperson gefunden hat, dann wird er mit großem Enthusiasmus von der Versteckperson und dem Hundeführer gelobt. Große Begeisterung zeigen, dem Hund soll es Spass machen, Freude bereiten. Hier wird der Grundstein zur Suchmotivation gelegt und die Belohnung ist der Schlüssel zum Erfolg!


2. Schritt:

Die Versteckperson rennt immer noch sichtbar für den Hund weg, verschwindet aber sehr schnell hinter einer Ecke und geht noch ein Stück weiter außer Sicht (Anfangs nur eine kurze Strecke). Das heißt, der Hund muss jetzt seine Nase benutzen, um die Person zu finden. Wichtig: Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, die Kommandos einzuführen. Wir benutzen zwei Kommandos: Erstes Kommando zur Aufnahme des Geruchsbildes (z. B. “Riech”) und ein zweites Kommando zum Beginnen der Suche (z. B. “Such”). Am Anfang wird in reizarmer, waldnaher Umgebung trainiert, da der Hund durch die entstehenden Bodenverletzungen zusätzliche Sicherheit gewinnt. Später finden dann die Suchübungen auf unterschiedlichstem Untergrund (Teer, Kies, Waldweg, Wald, Wiese, Acker, usw.) statt. Für die gesamte Mantrailing-Ausbildung gilt: Nicht zu große Ausbildungsschritte machen. Anforderungen erst steigern, wenn der vorhergehende Schritt sicher beherrscht wird. Jetzt wird das Fundament für große Aufgaben gelegt. Ist das Fundament nicht tragfähig, kann später alles zusammenbrechen!

 

3. Schritt:

Der Ausgangspunkt ist so zu wählen, dass Hund und Versteckperson beispielsweise an einer Hausecke (oder dergleichen) stehen. Der Zweck bei der Wahl des Ausgangspunktes soll sein, dass man den Hund nur einige Meter zurück nehmen braucht, damit die Versteckperson für den Hund nicht mehr zu sehen ist. Die Versteckperson motiviert den Hund kurz, ihm zu folgen. Dann wird der Hund “ums Eck” weggeführt (gefühlvoll!), so dass die Sichtverbindung zwischen Hund und Versteckperson abbricht. Nun legt die Versteckperson den Geruchsgegenstand ab und läuft eine Spur von ca. 50 – 100 m Länge. Sobald die Versteckperson am Endpunkt angekommen ist, wird der Hund zum Geruchsgegenstand geführt, mit Kommando “riech”  angesetzt und das “such” erfolgt kurz darauf, sobald der Hund die Suche aufnimmt. Die Kommandoauswahl bleibt jedem selbst überlassen. Wichtig: Der Endpunkt sollte so gewählt werden, dass der Hund die Versteckperson nicht schon von weitem sieht, denn der Hund muss über den Geruchsinn zum Erfolg kommen und nicht über das optische Suchen. Während Hund und Versteckperson darauf warten, die Suche zu beginnen, muss der Hundeführer die Spannung des Hundes erhalten (Stimmungsübertragung). Anfangs sollten die Spuren so gelegt werden, dass die Witterung dem Hund zugetragen wird (Gegenwind). Später sind die Spuren auch mit Seiten- und Rückenwind zu legen. Spuren am Anfang immer kurz halten (50 – 150 m). Der Ausbilder muss über den Spurverlauf immer genau Bescheid wissen. Falsche Korrekturen sind in dieser Phase der Ausbildung unbedingt zu vermeiden! Wenn diese grundlegende Aufgabenstellung (Suche nach Versteckperson) vom Hund kontinuierlich gemeistert wird, kann in der Ausbildung vorangeschritten werden.

 

4. Schritt:

Der Hund wird erst zum Spuranfang gebracht, wenn die Versteckperson schon außer Sicht ist. Der Geruchsgegenstand liegt am Ansatzpunkt. Das Geschirr wird dem Hund unmittelbar im Bereich des Ansatzpunktes (ca. 1 – 2 m vor dem Geruchsgegenstand) angezogen. Wichtig: Der Hundeführer sollte den Spurverlauf nicht immer kennen, damit der Hundeführer von Anfang an lernt, dass er nicht versuchen darf, den Hund zu leiten. Der Ausbilder muss jedoch den Verlauf der Spur genau kennen! Bei der Handhabung der Fährtenleine ist darauf zu achten, dass der Hund nicht bei der Arbeit gestört wird. Der Hundeführer sollte die Leine immer leicht gespannt halten. Die Fährtenleine ist ein wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Hund und Mensch. “Negatives” bestätigen: Das heißt sobald der Hund uns durch Umkehren anzeigt, dass es in diese Richtung nicht weiter geht, wird er gelobt. Im weiteren Verlauf der Arbeit, ist es von größter Bedeutung, dass der Hund dem Hundeführer mitteilt, dass er keine Witterung mehr hat. Deshalb sollte dieses Verhalten von Anfang an bestätigt werden.

 

5. Schritt: 

Der Geruchsgegenstand liegt noch nicht am Ansatzpunkt, sondern wird vom Hundeführer platziert und präsentiert. Wichtig: Von jetzt an vollziehen wir immer das gleiche Ritual beim Ansatz des Hundes. Die Richtung, in der wir den Hund ansetzen, variiert. Keinesfalls ständig in Richtung der Spur ansetzen. Die Länge der Spur kann jetzt langsam gesteigert werden, verschiedene Untergründe, wechselnde Umgebung, Winkel/Ecken einbauen. Dabei ist nicht Distanz ausschlaggebend, sondern es kommt darauf an, möglichst verschiedene Situationen für den Hund und Hundeführer zu schaffen, die es zu meistern gilt. Jedoch immer nur einen Parameter steigern. Erst wenn diese Aufgaben regelmäßig und erfolgreich gelöst werden, dann erst in der Ausbildung fortschreiten. Nun ist es an der Zeit, ein bestimmtes Anzeigeverhalten einzuführen, z. B. dass freudige Hinwenden zur vermissten Person.